Galerieraum 2019

Die Bilder zeigen Holzobjekte der letzten Ausstellung  "FIGURALES AUS HOLZ ",
die bis 15. August zu sehen war.
 

Die ausstellenden KünstlerInnen präsentierten sehr unterschiedliche Arbeiten mit dem Material HOLZ.:

Hana Richterova, tschechische Künstlerin, zeigte Figurales aus Holz, geschnitzte Figuren voll Witz, Poesie und Originalität.
Ruth Rindlisbacher , Kärntner Kunsthandwerkerin,  zeigte  Figurales aus gefundenen Schwemmhölzern aus der Drau , dem Fluß ihrer Heimat, minimalistisch gestaltet zu charaktervollen Personen und Wesen.
Dietrich Waldmann, Architekt aus Waidhofen/Thaya, zeigte 2 Holzskulpturen, in formaler Schlichtheit, die während dem Holzsymposium 2017 und 2019  in Waidhofen/Thaya
entstanden sind.
 Katharina Steinegger, Kunsthandwerkerin aus Harmannschlag,  zeigte Holzschemel und Holzbretter mit figuraler Intarsienarbeit.

Ein Buffet-brunch und Live-Musik mit Hubert Sielecki am Dudlsack und Luise Buismann an der Drehorgel begleiteten die Eröffnung musikalisch.
 
Der Galerieraum präsentiert 6 wechselnde Ausstellungen im Jahr 2019,
( siehe : Aktuelles Programm)

DIE AKTUELLE AUSSTELLUNG 
"TRAUBENWÄSCHER- ein fast vergessenes Tafelgerät  aus Glas und Metall"-
wurde am Sa 17. August um 18.00 eröffnet.
Zur Eröffnung spielte Sarah Leisch auf der Harfe.
Der laue Sommerabend ermöglichte das Buffet unter den Arkaden und  einen gemütlichen Ausklang des Abends.
 Die ausgestellten Exponate der wunderschönen Glaskunst-Ausstellung stammen aus Sammlungen von Hr.Paul Richter, Hr. Dir. Stopfer, und anderen privaten Leihgebern.

Traubenwäscher

(auch: Traubenwascher, Traubenspüler oder Traubenwaschglas)

 

Ein fast vergessenes Tafelgerät aus Glas und Metall

 

Bereits im 18. Jahrhundert gab es Tafelgeräte aus Porzellan und Steingut (Meißen), die als Traubenwäscher bezeichnet wurden. Traubenwäscher aus Glas tauchten Mitte des 19. Jahrhunderts auf und wurden von vielen namhaften Glasmanufakturen wie Loetz, Stölzle/Neunagelberg und Moser hergestellt; wahrscheinlich auch von den Firmen Schreiber Vincenz, Glasfabrik in St. Sidonia/Mähren, Schreiber und Neffen, Glashüttenwerke in Lednicka-Rovne/Nord Slowakei und Reich &Co 1930 in Valasske Mezirici.

Die Traubenwäscher wurden in den nachfolgenden Stilepochen bis ca. 1960 produziert. Die letzten Produktionsstätten lagen wahrscheinlich in der ehemaligen DDR, sie wurden aber nicht als Traubenwäscher, sondern als Keksbehälter oder Kosmetikbehälter angeboten, wie ich von tschechischen Sammlern erfahren durfte. Charakteristisch ist immer die stilisierte Form einer Traube in einem Metallgestell.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als sich die Gesellschaftsformen Kaiserhaus, Hochadel, Adel, Bürgertum und Proletariat massiv veränderten, entwickelte sich in vielen Kreisen eine neue Art der Tischkultur. Es wurde darauf Wert gelegt, seinen Wohlstand herzuzeigen.

Es war dies die Zeit, in der sich das gehobene Bürgertum an die Tischkultur des Adels anschloss mit beispielsweise folgenden Neuerungen: Platzteller, Vorlegebesteck, Serviettenringe, Besteckbänkchen und Traubenwäscher.

Da es heute kaum noch jemanden gibt, der Traubenwäscher verwendet, sind wir, was die Verwendung dieses Tafelgeräts betrifft, nur auf Vermutungen angewiesen.

Vermutung 1: Die Trauben wurden in gewaschenem Zustand vorgelegt, mit der Traubenschere die Rispen abgelöst und in dem mit Wasser gefüllten Traubenwäscher durch kurzes Eintauchen noch einmal vor dem Verzehr gewaschen. Diese Variante halte ich persönlich nicht für sehr sinnvoll, denn, wenn sich mehrere Personen dieser Methode bedienen, kann es mit der Hygiene nicht weit her sein.

Vermutung 2: Der Traubenwäscher diente nur zur Präsentation der gewaschenen, nassen Trauben, da durch seine besondere Form das Abtropfen der Trauben gewährleistet wurde und das Wasser sich im unteren Teil des Traubenwäschers sammeln konnte.

Meine Sammlung enthält Objekte aus ca. 70 Jahren und es werden folgende Stilepochen berührt: Spätklassizismus, Jugendstil, Art Deco und Neue Sachlichkeit.

Die hier gezeigten Objekte stammen unter anderem aus  Leihgaben von Frau Christl Tinkel, Herrn Thomas Fink, der Waldglashütte Zalto in Neunagelberg und aus meiner Sammlung, sowie von dem Pressglassammler Herrn Dir. Eduard Stopfer aus Wien, der mir wunderschöne Objekte aus der nicht mehr im Waldviertel existierenden Glasfabrik Stölzle für diese Ausstellung zur Verfügung stellt.

Eine kurze Beschreibung der Form und des Materials der Objekte:

Das Glas ist fast immer in der stilisierten Form einer Traube mit großen Abweichungen und in verschiedenartigsten Glasarten ausgeführt.

Die Metallgestelle sind meist versilbert, vernickelt oder verchromt. Einige Stücke wurden ohne Metallgestelle gemacht, die beispielsweise von der Firma Stölzle unter der Bezeichnung Traubenwascher, meist in Becherform, angeboten wurden.

Bei manchen Objekten gehört außerdem eine in verschiedensten Formen ausgeführte Traubenschere dazu.

Ich möchte darauf hinweisen, dass diese Erklärungen nicht wissenschaftlich untermauert sind und jederzeit in Frage gestellt werden können. Ich wäre auch über andere Meinungen und Korrekturen erfreut.

Erwähnenswert ist auch der Umstand, dass fast alle bekannten und renommierten Glashersteller und viele Designer und Gestalter wie Loetz, Moser, Stölzle, Riedel, Wiener Werkstätten, Bakalowits und Hoffmann sich damit befasst haben. In der Ausstellung ist auch Werbematerial obgenannter Firmen zu sehen.

 

 

Viel Vergnügen beim Betrachten unserer  kommenden Ausstellung!                                      Paul Richter,  August 2019